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Laufende Habilitationsprojekte

Arktis-Primitivismus um 1900

Kontakt: hanna.eglinger@fau.de

Ort: München

Abstract:

Kontingenz und Zufall in den altisländischen Königssagas

Kontakt: jvannahl@hi.is

Ort: LMU München / University of Iceland

Abstract:
In jüngster Zeit ist verstärkt dafür argumentiert worden, mittelalterliche Mentalität(en) als sehr viel komplexeres Gebilde anzuerkennen als das Gros früherer Forschung es getan hat. Die Prämisse, ein unbedingter Gottesglaube habe noch im 13. Jahrhundert jeden Zweifel an einer sinnvollen Weltordnung und der menschlichen Stellung darin im Keim erstickt, ist in Frage gestellt worden. Im Zentrum meines Projekts steht die These, dass die Untersuchung von seit der Antike erörterten Unsicherheitsphänomenen, von Kontingenz und Zufall, einen wesentlichen Beitrag zu unserem Verständnis des mittelalterlichen Umgangs mit Krisen und Krisenphänomenen im Medium der Literatur leisten kann.

In der heutigen Debatte um Kontingenz und Zufall (sowie anknüpfbare Konzepte von Koinzidenz, Ambiguität und Ambivalenz), wie sie in der Philosophie, aber auch in Germanistik und Soziologie geführt wird, ist eine zweieinhalbtausendjährige Ideen- und Begriffsgeschichte wirksam, die bereits im vorangeschrittenen 12. Jahrhundert zu einem fast unüberschaubaren Spektrum an gelehrten Meinungen führte. Die europaweite Erstarkung von Literatur zu jener Zeit ist in diesem Kontext zu beleuchten. Trotz regelmäßig behaupteter intellektueller Verbindungen zwischen Nord- und Mitteleuropa ist gerade die reiche schriftliterarische Überlieferung des mittelalterlichen Islands bisher kaum beachtet worden. Dabei, so meine These, formte die Erfahrung von gesellschaftlichen und politischen Auflösungsprozessen auf Island in jener Zeit, der Sturlungenzeit, eine Gesellschaft, die für die auf dem Kontinent geführten Kontingenzdiskussionen besonders aufnahmefähig war.

Die drei altisländischen Geschichtskompendien Heimskringla, Morkinskinna und Fagrskinna aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sechzehn Königssagas in teils mehreren Fassungen, bilden die Grundlage meines close readings vor dem Hintergrund jener theoretisch, methodisch und thematisch zu entwickelnden Unsicherheitsphänomene bzw. -konzepte.  Kontingenz und Zufall können, so meine Überzeugung, einen wichtigen Beitrag leisten, die Königssagas aus literaturanthropologischer Perspektive neu zu deuten, auch hinsichtlich der Position Islands und Skandinaviens im europäischen Diskurs- und Mentalitätsgefüge des 12. und 13. Jahrhunderts. In heutiger Zeit, in der das Konzept ‚Europa‘ vielfältig herausgefordert ist, verstehe ich diese Perspektivierung nicht zuletzt als Beitrag zu einem gesellschaftlich relevanten Profil der Mediävistik.

Wege europäischen Gedankenguts und Texttransfer in den Alten Norden

Kontakt: r.juck@uni-koeln.de

Abstract:
Ziel der Arbeit ist es, die Wege aufzuzeigen und zu untersuchen, auf denen Texte und Texttraditionen in das mittelalterliche Skandinavien gelangten. Dies betrifft sowohl den altwestnordischen als auch den altostnordischen Bereich. An ausgewählten Textgattungen soll ein Vergleich angestellt werden, der die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Vermittlung aus dem Süden in den Nordwesten und den Nordosten beleuchtet. Hierbei spielen sowohl inhaltliche als auch formale Aspekte der Texte in die Betrachtung hinein.

Die exempla der Handschrift AM 657 a-b 4°. Studien zur kulturhistorischen Kontextualisierung kurzer Prosaerzählungen im spätmittelalterlichen Island

Kontakt: m.kruse@isfas.uni-kiel.de

Ort: CAU Kiel

Abstract:
Ziel des Projekts ist die Analyse der aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammenden Handschrift AM 657 a-b 4°, die mit ihren etwa 80 enthaltenen exempla einen Großteil der aus dem mittel­al­terlichen Island bekann­ten „Beispielerzählungen“ überliefert. Nachgegangen werden soll hierbei nicht nur der Frage nach den Vorlagen und Quellen der einzelnen überlieferten Texte und der Art und Weise ihrer Integration in die Sammlung, sondern allgemein Fragen der Komposition und Kontextualisierung, der Adaption kontinentaler Erzählstoffe im spätmittelalterlichen Island – etwa in Bezug auf Prozesse der „Nordisierung“ und „Islandisierung“ entsprechender Inhalte und Strukturen – und der Transforma­tion narrativer Kurzformen, deren Inhalte auch für die isländische Kultur- und Mentalitäts­geschichte von Bedeutung sind. Ziel der Analyse ist die Einordnung des Codex in den weiteren Kontext der is­ländischen Literatur des 14. Jahrhunderts, insbesondere im Bereich mittelalterlicher Frömmigkeits­medien.

Sauna/Bastu – Verortungen des unaussprechlich Unaussprechbaren in der skandinavischen Literatur

Kontakt: latutsma@cms.hu-berlin.de

Abstract:

Die Brennu-Njáls saga: Ein altisländischer Tricksterdiskurs

Kontakt: sauckel@hi.is

Ort: LMU München/University of Iceland

Abstract:
Mein Habilitationsprojekt leistet einen neuen Beitrag zur Njáls saga-Forschung im Speziellen und zur Isländersagaforschung im Allgemeinen, indem es die Saga unter Zuhilfenahme des kulturtheoretischen Phänomens der „Figur des Dritten“ analysiert. Ein Vertreter dieses Figurenkabinettes im personalen Sinne ist die v.a. aus der Mythologie polytheistischer Religionen bekannte Gestalt des Tricksters – eine Figur, die Andere betrügt oder täuscht, Untergänge provoziert und (dadurch) Neuanfänge herbeiführt. Seit der Jahrtausendwende interessieren sich die modernen Kultur- und Literaturwissenschaften verstärkt für diese Figur und interpretieren sie nicht nur auf der Figurenebene einzelner Mythen, sondern weiten die Interpretation auf die Zeit der Niederschrift solcher Erzählungen aus und beziehen, wo möglich, „Verfasser“ und Rezipienten samt ihrer Schicksale mit ein. Auf Grundlage dieser modernen Ansätze habe ich ein „Tricksterkonzept“ zur Anwendung auf die altisländische Sagaliteratur erstellt, das sich zum Einen mit der Erfassung und Untersuchung tricksterhafter (Figuren-)Charakteristika, zum Anderen mit der Auswertung von invertierten Erzählelementen auseinandersetzt.

Bild-Poetiken der skandinavischen Neo-Avantgarde

Kontakt: timme@em.uni-frankfurt.de

Ort: Frankfurt

Abstract:

In den 1960er Jahren entstehen in Skandinavien vermehrt literarische Werke, die Text und Bild auf vielfältige Weise miteinander kombinieren: Fotografie und Lyrik in Per Højholts Provinser (1964), typografische Gedichte und Collagen aus Bild- und Textfragmenten in Åke Hodells General Bussig (1964) oder die visuelle, von Hand gezeichnete Poesie der norwegischen Dichterin Jorunn Aanderaa (Hansen på jorden, 1966), um nur einige Beispiele zu nennen. Im Unterschied zu traditioneller Buchillustration stammen Text und Bild hier von einem Künstler oder entstehen in enger Zusammenarbeit zwischen Autor und bildendem Künstler. Die Werke stehen im Kontext einer intermedialen Erweiterung des Literaturbegriffs, wie sie für die neo-avantgardistischen Strömungen dieser Zeit grundlegend war. Den Bildern wird häufig eine poetologische Funktion zugesprochen; dies geht einher mit einem gesteigerten Bewusstsein für die Materialität des Buches und des literarischen Textes.

Das Projekt möchte die Bild-Poetiken in der skandinavischen Literatur der 1950er bis 1970er Jahre in den Blick nehmen und zwar sowohl die poetologische Dimension der literarischen Text-Bild-Kombinationen als auch poetologische Texte und Debattenbeiträge über Text und Bild. Neben den als Bücher oder in buchähnlicher Form publizierten Werken – man konnte z. B. auch visuelle Poesie in einer Tüte zum Mitnehmen erwerben (Bernt Pettersons I påsen, 1965) – sind Literatur- und Kulturzeitschriften eine wichtige Quelle. Die Werke werden nicht selten zuerst in Zeitschriften publiziert, die zugleich, neben den Tageszeitungen, ein wichtiges Forum für ästhetische Debatten sind. Die Zeitschriften untermauern zudem die skandinavistische Forschungsperspektive: In ihnen finden interskandinavische und internationale Verbindungen ihren Niederschlag. Zudem eröffnen sie den Blick für weitere literarische und kulturelle Kontexte, in denen die Werke und Debatten stehen.

Trójumanna saga. Übersetzung als Mittel der Identitätsstiftung im skandinavischen Hochmittelalter

Kontakt: swalther@uni-bonn.de

Abstract:

Die Welt der Balladen

Kontakt: katarina.yngborn@lrz.uni-muenchen.de

Abstract: