Fachverband
Skandinavistik


Laufende Dissertationsprojekte:


Ebbe Volquardsen, M.A.

Dänische Erzählungen vom humanen Kolonialismus: Kulturkontakte und nationale Identitätsverhandlung im Lichte eines exzeptionellen Selbstverständnisses

Betreuer:
Prof. Dr. Hubertus Büschel (Gießen), Prof. Dr. Dr. h.c. Stefanie von Schnurbein (HU Berlin)

Kontakt:
ebbe.volquardsen@gcsc.uni-giessen.de

Abstract:
Das Dissertationsprojekt untersucht literarische und populärwissenschaftliche Texte dänischer Autoren ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, die die ehemaligen Kolonien Grönland und »Dänisch Westindien«, die heutigen Amerikanischen Jungferninseln, zum Schauplatz bzw. die dänische Kolonialgeschichte im Allgemeinen zum Thema haben. Unter Anwendung der Methodik der literarischen Diskursanalyse zielt das Projekt darauf ab, erstmals die Genealogie und intertextuelle Reproduktion eines Narrativs sichtbar zu machen, das ein nationales Selbstbild konstituiert, demzufolge Dänemark als eine vergleichsweise humane Kolonialmacht erscheint. Durch die zeitliche Koinzidenz ist dabei ein reziprokes Aufeinanderwirken des Konstruktionsprozesses dieses Selbstbilds und dessen der dänischen Nationalidentität in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erwartbar. Gleichfalls möchte ich aufzeigen, dass im Zusammenspiel von kollektivem Erinnern und Vergessen generierte Vorstellungen von ethisch-moralischem Handeln bei historischen Kulturkontakten Einfluss auf gegenwärtige Diskurse um interkulturelle Begegnungen in den Kontaktzonen der globalisierten Moderne nehmen, etwa auf die markanten Debatten um Integration und Assimilation im gegenwärtigen Dänemark, das diesbezüglich – vgl. Karikaturenstreit und zunehmende Islamfeindlichkeit – auf eine konfliktreiche Dekade zurückblickt. Zeitgleich mit der aus diesen Debatten resultierenden Neuverhandlung des dänischen nation brands scheint die literarische Reproduktion des Narrativs vom humanen Kolonialismus unterbrochen.

 

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