Fachverband
Skandinavistik


Laufende Dissertationsprojekte:


Hannah Tischmann

Literary Time Practices and Social Inequality -€“ An Analysis of Selected Works of Socially Engaged Swedish Literature of the 1970s and since 2000 (Arbeitstitel)

Betreuerin:
Prof. Dr. Antje Wischmann

Ort:
Wien

Kontakt:
hannah.tischmann@univie.ac.at

Abstract:
Die Konstituierung des Subjekts ist eng mit Zeitwahrnehmungen und zeitlichen Rahmen verknüpft, die wiederum durch soziale Umstände bestimmt werden. Wie das Individuum mit temporalen Strukturen umgeht und inwieweit es durch diese beeinflusst wird, ist daher durch seine gesellschaftliche Positionierung beeinflusst. In dieser Arbeit soll das subjektiv oder kollektiv zur Geltung kommende gesellschaftlich bedingte Zeitregime in textlichen Verhandlungen untersucht, sozialhistorisch kontextualisiert und aus einer machtkritischen Perspektive betrachtet werden. Anhand von kulturwissenschaftlich und soziologisch orientierten Analysen der arbeiterliterarisch geprägten Romane Rapport från en skurhink (1970) von Maja Ekelöf, DU, människa? (1972) von Marit Paulsen, Yarden (2009) von Kristian Lundberg und Oktober i Fattigsverige (2012) sowie April i Anhörigsverige (2015) von Susanna Alakoski soll gezeigt werden, wie die Repräsentation und Darstellung temporaler Strukturen und die fiktionale Verhandlung sozialer Ungleichheit ineinander greifen. Dazu werden sowohl die erzähltechnische Organisation als auch die Verfahren der literarischen Zeitlichkeit auf die Zeitpraktiken bezogen, die die dargestellten Figuren oder Erzählinstanzen zum Ausdruck bringen. Der Begriff der Zeitpraktiken unterstreicht dabei die Dynamik und Prozesshaftigkeit, die temporalen Konstrukten zugrunde liegt. In Anlehnung an Sarah Sharmas soziologisch-kulturwissenschaftliche Methode der power-chronography entwickelt die Arbeit eine auf die Literaturwissenschaft übertragene literary power-chronography, die es ermöglicht, die in Form von literarischen Zeitpraktiken temporal ausgedrückten gesellschaftlichen Machtbeziehungen zu identifizieren. In Bezug auf die literarische Verhandlung sozialer Ungleichheit werden somit erzähltechnische und gesellschaftspolitische Koordinaten aufgezeigt, die in der bisherigen Forschung trotz des interdisziplinären Interesses an selbst- oder fremdbestimmten Individuen und trotz der gesellschaftlichen Relevanz kaum beachtet worden sind.

 

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