Fachverband
Skandinavistik


Abgeschlossene Dissertationsprojekte:


Romana Stoubæk

Die Migrantin in der neuen skandinavischen Literatur

Kontakt:
romana.stoubaek@uni-tuebingen.de

Abstract:
Die Interdisziplinarität der postkolonialen Theorien und der Gender Studies wurde schon von vielen Theoretikern betont. In dieser Schnittmenge soll sich auch diese Untersuchung bewegen. Diese doppelte thematische Ausrichtung ist in den Strukturanalogien von kolonialkulturellen und sexuellen Machtverhältnissen begründet; grundlegend für diese Arbeit ist die Frage, wie sich die verschiedenen Kategorien wechselseitig bedingen.
Gender Studies und postkoloniale Theorien beschäftigen sich beide mit Fragen der Repräsentation, Stimme, Marginalisierung und mit der Beziehung zwischen Politik und Literatur. Besonders die "Subaltern Studies Group" eröffnet eine neue Diskussion in den 80er Jahren über die ambivalente Situation der "doppelten Kolonialisierung" von Frauen. Aus dieser "double vision" entsteht eine neue Literatur – die Migrantenliteratur. Im Grenzbereich zwischen den Kulturen bewegen sich die Migranten. Der Migrant als Künstler, der "in-between" positioniert ist, kann mit seiner Grenzzonenperspektive in seinen literarischen Werken dazu beitragen, dass soziale Gegensätze abgebaut werden. Noch konkreter wird das Zusammenspiel von Gender Studies und postkolonialen Theorien um die "Migrantin in der Literatur".
In der neuen skandinavischen Prosa sind Autorinnen wie Maria Giacobbe, Janina Katz (Dänemark) Cordelia Edvardson, Gabriela Melinescu (Schweden) aktiv daran beteiligt, den (problematischen) Wechsel von einem Kulturraum in den anderen zu bearbeiten und das Grenzgebiet neu zu bewerten. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die literarischen Produktionen dieser Autorinnen. Es soll gezeigt werden, dass Hybridität und Kultursynkretismus dazu beitragen können, binäre Oppositionen zu dekonstruieren. Die zweite Frage, die sich diese Untersuchung stellen wird, ist: Wie äußert sich der Prozess, in dem sich das Geschlecht als historisch wandelbares, gesellschaftlich-kulturelles Phänomen befindet, nach der territorialen Grenzüberschreitung? Wie wird die Weiblichkeit neu aufgefasst? In der neuen Heimat ist die Migrantin nicht nur mit der Sprache und der Nation / Ethnie konfrontiert, sondern auch mit einer neuen Platzierung und Wertung von gender. Demzufolge wird sich die Arbeit kritisch mit Konstruktionen nationaler, ethnischer und geschlechtlicher Identität auseinandersetzen.

Das Abstract ist auch über die Internetseiten der Eberhard Karls Universität Tübingen, Promotionsverbund "Abgrenzung - Ausgrenzung - Entgrenzung: Gender als Prozess und Resultat von Grenzziehungen" abrufbar.
(Siehe dazu: http://www.uni-tuebingen.de/gendergrenzen/stoubaekprojektskizze.html)

 

Zurück zur Übersicht.

Sind Sie an der Aufnahme ihrer Forschungsarbeit in unser Verzeichnis interessiert, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail.
Den Text zu Ihrer Arbeit sollten Sie an der Form der schon aufgenommen Arbeiten ausrichten.