Fachverband
Skandinavistik


Abgeschlossene Dissertationsprojekte:


Dr. Lena Rohrbach (geb. Weilbächer)

Der tierische Blick. Literarisch-anthropologische Interpretationen von Mensch-Tier-Relationen in der Sagaliteratur

Disputation:
16. Juli 2007 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Publikation:
Der tierische Blick. Literarisch-anthropologische Interpretationen von Mensch-Tier-Relationen in der Sagaliteratur. Francke-Verlag, 2009. (= Beiträge zur Nordischen Philologie Bd. 43)

Kontakt:
lena.rohrbach@cms.hu-berlin.de

Abstract:
Pferde, Wölfe, Wale, Adler: Im historischen Teil der altnordischen Sagaliteratur wimmelt es geradezu von zahmen und wilden Tieren des Landes, der Lüfte und des Meeres. Die Interaktion des Menschen mit der ihn umgebenden Tierwelt – die sich in dieser Form in keiner anderen Gattung mittelalterlicher Literatur findet – ist Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Monographie. Zentrales Anliegen der literarisch-anthropologisch ausgerichteten Studie ist es darzulegen, auf welche Weise Tiere in den Sagaerzählungen zur Konstituierung von Bedeutung herangezogen werden und welche Rückschlüsse daraus auf die den Texten zugrundeliegenden Gesellschaftsbilder und das Selbstverständnis der spätmittelalterlichen isländischen Verfassergesellschaft gezogen werden können. In aufeinander aufbauenden narratologischen und historisch-anthropologischen Analysen wird gezeigt, dass jede Tierart in spezifischer Weise auf die Menschheit bezogen wird und dass die jeweilige Relation in den verschiedenen Untergattungen der Sagaliteratur unterschiedliche Wirkung entfaltet.
In narratologischen Studien einzelner Vertreter der Isländersagas, Königssagas, Bischofssagas und der Sturlunga saga wird zunächst aufgezeigt, welche zentrale Funktion Tierepisoden in der Konstruktion der Erzählungen zukommt. Daran anknüpfend werden im zweiten Teil der Untersuchungen verschiedene anthropologische Kerndiskurse identifiziert, die durch die Schilderung von Mensch-Tier-Relationen thematisiert und illustriert werden. Der dritte Teil beleuchtet schließlich, welche spezifischen Bedeutungen den einzelnen Tierarten und Tierklassen im kulturellen Kontext der Sagaliteratur zugeordnet werden.

Kurzbiographie:
Geb. 1978; Studium der Skandinavistik, Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft in Bochum und Oslo; M.A. 2003; 2004-2006 Promotionsstipendiatin des DFG-Graduiertenkollegs "Kulturtransfer im europäischen Mittelalter" an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; 2007 Promotion; 2006-2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nationalen Forschungsschwerpunkt "Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen: Historische Perspektiven", Universität Zürich; seit 1.4.2009 Juniorprofessorin für mediävistische Skandinavistik am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin.

Interessensschwerpunkte:
Handschriftenkultur, Rechtskultur, Mensch-Tier-Beziehungen, Sagaliteratur (v.a. Isländersagas, zeitgenössische Sagas, Königssagas)


 

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