Fachverband
Skandinavistik


Abgeschlossene Dissertationsprojekte:


Prof. Dr. Sebastian Kürschner

Wandel der Pluralallomorphie – Konditionierung, Profilierung, Komplexitätsabbau:
Eine diachron-kontrastive Untersuchung zur Entwicklung der Deklinationsklassen im Deutschen, Niederländischen, Schwedischen und Dänischen

Disputation:
04. Juli 2007 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Kontakt:
sebastian.kuerschner@ger.phil.uni-erlangen.de

Abstract:
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Deklinationsklassen in vier germanischen Sprachen: Deutsch, Niederländisch, Schwedisch und Dänisch. Die Geschichte der Deklinationsklassen wird mit Ausgangspunkt im Indogermanischen verfolgt. Die transparente und semantisch motivierte Struktur der Klassifizierung in Deklinationsklassen geht im Germanischen verloren. Träger der Deklinationsklasseninformation werden Kasus-Numerus-Allomorphe. Die nun Substantiven arbiträr zugewiesenen Klassen werden primär auf Grundlage des Genus neu konditioniert. In der Entwicklung der Einzelsprachen wird die Profilierung der Numerusinformation bei Nivellierung der Kasusinformation als gemeinsames Muster identifiziert. Der Fokus der Arbeit liegt im Wandel der Konditionierungsmuster. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass Genus – ebenfalls eine Substantiven zumeist arbiträr zugewiesene Kategorie – als dominanter Konditionierungsfaktor trotz Intransparenz nicht unbedingt abgebaut wird. Im Schwedischen bleibt es sogar als alleiniger dominanter Konditionierungsfaktor erhalten, während im Deutschen zur Genuskonditionierung dominante prosodische Konditionierung hinzutritt. Wenn Wandel eintritt, so vollzieht er sich in Richtung transparenterer (semantische Merkmale, Derivationssuffixe) oder formaler dominanter Konditionierungsfaktoren (Prosodie, Auslaut). Im Dänischen und Niederländischen ist in diesem Sinne eine starke Formalisierung der Konditionierung zu erkennen. Als gemeinsame Richtung des Wandels kann für alle untersuchten Sprachen konstatiert werden, dass auf einigen Ebenen Komplexität gegenüber den altsprachlichen Stufen abgebaut wird – sei es in der Anzahl der Deklinationsklassen, in der Signalisierung der morphologischen Kategorien, im Abbau von Irregularitäten, im formalen Wandel oder im Konditionierungswandel.

Weitere Informationen zu Lebenslauf und Publikationen finden sich unter:
http://www.sprachwissenschaft.uni-erlangen.de/personen/daten/index.shtml/sebastian-kuerschner.shtml

 

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