Fachverband
Skandinavistik


Abgeschlossene Dissertationsprojekte:


Dr. Hendriette Kliemann

Koordinaten des Nordens.
Wissenschaftliche Konstruktionen einer europäischen Region 1770-1850

Disputation:
02. Juli 2004 am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität

Publikation:
Koordinaten des Nordens. Wissenschaftliche Konstruktionen einer europäischen Region 1770-1850. Berlin: Berliner Wissenschaftsverlag, 2005. (= Nordeuropäische Studien, Band 19)

Kontakt:
mail(at)hkliemann.de

Abstract:
Die Vorstellungen vom Norden sind bis Ende des 18. Jahrhunderts von einem durch das antike Weltbild geprägten Nord-Süd-Dualismus bestimmt, wobei der Norden vom Atlantik bis hinein nach Asien reichen kann. Um 1800 lässt sich jedoch eine zunehmende Verengung seiner geographischen Reichweite beobachten: Der Norden wird als skandinavisch germanischer Norden konstruiert und mit neuen, kulturellen Inhalten versehen. In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich diesen Wandel anhand von Definitionen, Vorstellungen und Konzepten des Nordens in deutsch- und skandinavischsprachigen Quellen aus der Zeit zwischen 1770 und 1850. Der Focus liegt hierbei auf dem wissenschaftlichen Milieu und der Definition des Nordens als Forschungsgegenstand. Nach einer zunächst aufklärerischen, kosmopolitischen und globalen Beschäftigung mit dem Norden kommt es im Zuge einer wachsenden Konzentration der Wissenschaften auf Europa und einer immer stärkeren Spezialisierung zu einer Verengung des Forschungsgebietes und vor dem Hintergrund von Nationenbildung und der Suche nach nationalen Identitäten zu einer zunehmenden Ideologisierung der Wissenschaften, die ihren Begriff den Bedürfnissen des Nationalstaates entsprechend anpasst und für dessen Zwecke nutzt.

Kurzbiographie:
Jg. 1975; 1995-2001 Studium der Skandinavistik und Neueren und Neuesten Geschichte in Berlin, Kiel und Uppsala/Schweden; 2001 Magister im Fach Skandinavistik, Thema der Magisterarbeit: „›Allein bestimmt mußte er doch einmal werden‹. Zum Nordenbegriff im Göttinger Universitätsmilieu um 1800“; seit April 2001 Arbeit am Dissertationsprojekt „Zwischen Kontinuität und Wandel. Die wissenschaftliche Konstruktion des Nordens in Skandinavien und Deutschland. 1770-1850“ am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität und der Technischen Hochschule Blekinge (Karlskrona/Schweden), betreut von Prof. Dr. Bernd Henningsen und Prof. Dr. Thorsten Nybom; seit 2001 Mitarbeit im NOS-H Projekt „Die Konstruktion des Nordens 1700-1830: Dystopie und Utopie“ (Universität Aarhus/Dänemark).

Publikationen:
„Aspekte des Nordenbegriffes in Deutschland um 1800“. In: Bernd Henningsen (Hg.): Das Projekt Norden. Essays zur Konstruktion einer europäischen Region. Berlin 2002 (Wahlverwandtschaft – Der Norden und Deutschland. Essays zu einer europäischen Begegnungsgeschichte; 9), 37-57.
„Ett mångfaldigt begrepp. August Ludwig Schlözers konstruktion av Norden“. In: Norden som tanke och resemål. Historisk Tidskrift för Finland 87 (2002:3), 315-336.

Schlagwörter:
Konstruktion des Nordens, Nordenbegriff, Raumvorstellungen, Mental Maps, Begriffsgeschichte, Sattelzeit, Nordische Altertumskunde, Skandinavismus

 

 

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