Fachverband
Skandinavistik


Abgeschlossene Dissertationsprojekte:


Dr. Heiko Hiltmann

Vom isländischen Mann zum norwegischen Gefolgsmann. Männlichkeitsbilder, Vergangenheitskonstruktionen und politische Ordnungskonzepte im Island des 13. und 14. Jahrhunderts.

Betreuer:
Prof. Dr. Klaus van Eickels

Ort:
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Kontakt:
heiko.hiltmann@uni-bamberg.de

Publikation:
Vom isländischen Mann zum norwegischen Gefolgsmann. Männlichkeitsbilder, Vergangenheitskonstruktionen und politische Ordnungskonzepte im Island des 13. und 14. Jahrhunderts (Bamberger Interdisziplinäre Mittelalterstudien). Dissertation Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2009.

Abstract:
Im ausgehenden 9. Jahrhundert wird Island von (überwiegend) norwegischen Auswanderern besiedelt. Für die Landnehmer beginnt eine Zeit der Unabhängigkeit von der norwegischen Krone. Sie errichten eine oligarchisch verfasste und regional organisierte Ordnung, die aufgrund ihrer vermeintlich demokratischen Grundprinzipien in der Forschung bis heute häufig mit Begriffen wie "Freistaat", "Commonwealth" oder neuisländisch "þjóðveldi" (dt. "Volksgewalt") belegt wird. Nach einer Zeit innerer Konflikte und bürgerkriegsähnlicher Zustände in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird Island schließlich in den Jahren 1262 bis 1264 als tributpflichtiges Land in das norwegische Königreich integriert. Der sukzessiv erfolgende Integrationsprozess ist mit grundlegenden sozialen und politischen Veränderungen verbunden. In dieser Zeit des Wandels verhandeln die Isländer intensiv über die Festschreibung ihrer eigenen Geschichte, die Definition ihrer eigenen Traditionen und über die Etablierung ihres eigenen unabhängigen Status. Diese Verhandlungen fanden ihren Niederschlag in der altislÀndischen Sagaliteratur des 13. und 14. Jahrhunderts. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, welche Auswirkungen die soziopolitischen Entwicklungen und Veränderungen im hoch- und spätmittelalterlichen Island auf das zeitgenössische Männlichkeitbild hatten. Sie zeigt, dass insbesondere die Vergangenheits- und Vorzeitsagas ihren Verfassern als Präsentationsmedium eines zeitgenössischen sozialen Diskurses dienten, der auf Island über die Entwicklung des "freistaatlichen" isländischen Mannes zum norwegischen Gefolgsmann geführt wurde.

 

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