Fachverband
Skandinavistik


Abgeschlossene Dissertationsprojekte:


Dr. Jan Hecker-Stampehl

Der Norden, Europa und die Weltordnung in der nordeuropäischen Debatte während des Zweiten Weltkrieges

Kontakt:
Jan.Hecker-Stampehl@rz.hu-berlin.de

Fach:
Neuere und Neueste Geschichte

Abstract:
Das Dissertationsvorhaben hat zum Ziel, die nordeuropäische Auseinandersetzung mit ver-schiedenen Perspektiven politischer Ordnung während des Zweiten Weltkriegs zu untersuchen. Im Zentrum steht eine bisher unerforschte Debatte über die Einheit des Nordens, die v.a. in Schweden, Dänemark und Finnland geführt wurde. Diese Debatte stand unter dem starken Eindruck der Kriegsereignisse; Gegenstand waren Zukunftsentwürfe für ein wirtschaftlich, militärisch und politisch geeintes Nordeuropa nach dem Kriegsende. Diese Pläne reichten von losen Formen der Kooperation bis hin zu einer staatsrechtlichen Vereinigung, dem seit Scheitern des politischen Skandinavismus im 19. Jahrhundert für nicht realisierbar gehaltenen ›grand projet‹ des Nordens. Neben dieser ›nördlichen Dimension‹ sollen nordische Reaktionen auf nationalsozialistische Neuordnungsgedanken untersucht werden. Eine weitere Dimension politischer Ordnung, die globale Friedenssicherung, spiegelt sich in den Reaktionen zur Idee der Vereinten Nationen in der zweiten Hälfte des Kriegs.
Diese verschiedenen Teildebatten sind als wichtiges ideologisches Fundament des Nachkriegsnordismus und als wesentliches Element in der Konstruktion einer kollektiven nordischen 'Identität’ zu sehen. Die verschiedenen Dimensionen politischer Ordnung können als Grundlagen des (außen-) politischen Selbstverständnisses des Nordens nach dem Krieg gedeutet werden. Es geht aber auch um die Korrektur des Geschichtsbilds von der nordischen Opferrolle im Krieg. Ziel ist es einerseits, Verlauf, Bedingungen und inhaltliche Ziele in dieser Debatte grundlegend aufzuarbeiten, andererseits die diskursiven Figuren und Strategien, die der Legitimation der Ziele dienten, zu analysieren. Die Untersuchung soll nationale Prägungen der Diskurse berücksichtigen, aber ein Anliegen ist es, sich von gängigen Mustern nationaler Geschichtsschreibung (wie sie auch in Nordeuropa gängig ist) zu lösen.

 

Zurück zur Übersicht.

Sind Sie an der Aufnahme ihrer Forschungsarbeit in unser Verzeichnis interessiert, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail.
Den Text zu Ihrer Arbeit sollten Sie an der Form der schon aufgenommen Arbeiten ausrichten.