Fachverband
Skandinavistik


Abgeschlossene Dissertationsprojekte:


Inken Dose

Nationale Minderheiten im Ostseeraum
Geschichte und Gegenwart, Identität und territoriale Anbindung

Disputation:
08. Februar 2009 am Nordeuropainstitut der Humboldt-Universität Berlin

Betreuer:
Prof. Dr. Bernd Henningsen

Kontakt:
i.dose@kulturhus-berlin.de

Abstract:
Die Ostsee verbindet unterschiedliche Staaten, Menschen und Kulturen im Norden Europas, einer Region, die von Konflikt und Kooperation geprägt wurde und die nunmehr von der EU als erste europäische Makroregion benannt wurde. Kriege, Migration und Volksabstimmungen hatten weitreichende Konsequenzen für die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung in den einzelnen Ländern. Sie waren der Grund dafür, dass ethnische Gruppen, die einmal die Bevölkerungsmehrheit oder politische Eilte darstellten, zu nationalen Minderheiten wurden.
Im Zuge der Osterweiterung der EU haben mit den ehemaligen Sowjetrepubliken Estland und Lettland zwei sehr junge Demokratien die Mitgliedschaft erworben, die einen großen Anteil an nationalen Minderheiten und damit ein mögliches Konfliktpotential innerhalb der Länder und der Region bzw. der EU aufweisen. Ein Beispiel dafür sind die Unruhen, die durch die Umsetzung des Denkmals des bronzenen Soldaten in Tallinn im April 2007 entstanden. Die Integration der Minderheiten in die Gemeinschaft und ihre Identifikation mit Staat und Gesellschaft sind essentiell für ein friedliches Zusammenleben.
Auf kleinem Raum zeigt sich in der Ostseeregion ein Teil des europäischen Mosaiks an Ethnien, ein Abbild der Beziehungen von Nationalstaaten und der dort beheimateten nationalen Minderheiten, wie sie in ganz Europa zu finden sind. Die Minderheitenangehörigen unterscheiden sich von der Bevölkerungsmehrheit dadurch, dass sie von mindestens zwei verschiedenen Nationalitäten, Kulturen und Sprachen geprägt sind. Dies ist ein Umstand, der nicht nur Einfluss auf ihre Situation hat, sondern auch ihre Sichtweise auf Fragen von Identität, Zugehörigkeit und territorialen Bezugs beeinflusst.
Die Studie vergleicht die deutsche Minderheit in Dänemark, die finnische Minderheit in Schweden, die schwedischsprachige Minderheit in Finnland sowie die russischsprachigen Minderheiten in Estland und Lettland. Wie entstanden die Minderheiten und wie werden sie definiert? Wie hat sich ihre Situation seit dem Ende des Kalten Krieges bzw. dem EU-Beitritt ihrer Wohnstaaten verändert? Welche Bedeutung hat die Region, in der sie leben, für sie und sind Schwerpunkte ihrer territorialen Anbindung erkennbar? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen ihnen?

 

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